M A N U F A K T U R

LA CHAUX-DE-FONDS



Städtebau

Die Körnung der umgebenden Gebäude findet in diesem Entwurf für eine Manufaktur seine Fortführung. Das neue Manufakturgebäude orientiert sich zur Rue Jaquet-Droz, wo auch der Hauptzugang liegt. Mit der Höhenstaffelung wird auf entsprechende Nachbarschaften, besonders das Jugendstilgebäude Bezug genommen.

 

Architektonische Idee und Funktionalität

Das Erdgeschoss ist gegenüber den Obergeschossen leicht zurückversetzt, wobei die Hülle ausserhalb der Stützen liegt. Eine grössere Auskragung akzentuiert zur Rue Jaquet-Droz den Hauptzugang in die Eingangshalle. Direkt von aussen zugänglich sind das Verkaufsgeschäft, die Anlieferung über den Warenlift und der allseitig verglaste Saal. Aufgrund dem leichten Gefälle der Strasse ergibt sich innerhalb des Gebäudes ein Niveauversatz von knapp einem Meter mit einem oberen Niveau der Eingangshalle und dem Verkaufsgeschäft und unterhalb mit einem multifunktionalen Saal. Der Erschliessungskern mit dem Treppenhaus liegt an der Zwischengasse zum Jugendstilgebäude, um für die restlichen Flächen eine dreiseitige Belichtung zu ermöglichen.

 

In den Obergeschossen löst sich die Fassade vollständig von der Tragstruktur und folgt dem Prinzip einer Curtain-Wall. In den ersten drei Obergeschossen, wo es eine Fensterbrüstung gibt, dienen diese als Arbeitsplätze direkt am Fenster. Die Innenwände in den Obergeschossen sind flexibel auf die jeweiligen Nutzungen anpassbar. Das vierte und fünfte Obergeschoss sind zwei Achsen zurückversetzt, um einerseits die städtebauliche Idee der Höhenstaffelung aufnehmen zu können und andererseits einen Aussenraum zu generieren. Das Gestaltungsprinzip des Absatzes findet als durchgängiges Thema Anwendung.

 

Tragwerk

Das Tragwerk besteht aus einer einseitig gerichteten, zweischiffigen Struktur in Querrichtung des Gebäudes. Die Binder in Brettschichtholz gehen mit der Decke einen Holz-Beton-Verbund ein. Auf den Holzbindern liegen vorgefertigte Betonelementplatten auf, welche als «verlorene Schalung» in der Untersicht sichtbar bleiben und oberhalb mit Ortbeton vergossen werden. So entsteht zwischen Holzstruktur und Betonkern ein aussteifendes System. Im Erdgeschoss ist der Kern aufgelöst und die Kräfte aus den oberen Geschossen werden seitlich in die Längswand in Beton und die Treppenwand geleitet.

 

Fassade und Konstruktion

Die als Curtain-Wall ausgebildete Fassade trägt lediglich sich selbst und erhält ansonsten keine statische Beanspruchung. Die Öffnungsanteile der Fassaden variieren je nach Ausrichtung, Nutzung und auch repräsentativem Anspruch. Dahinter liegende Brüstungen erlauben das Arbeiten direkt an der Fassade. Die horizontalen Bänder aus druckimprägnierten Mehrschichtplatten gliedern die Fassaden in drei Partien und finden ebenso im Dachrand ihren Abschluss.

 

Energie & Nachhaltigkeit

Automatische Lüftungsflügel dienen der Nachtauskühlung, wobei das Holz als Speichermasse dient und sowohl Hartbeton als auch Betondecken aktiviert werden. Der Sonneneinfall kann über das Beschattungssystem reguliert werden, wobei an der Hauptfassade nach Süden Fallarmmarkisen montiert sind. Über den thermischen Auftrieb kann der Treppenkern die Entlüftung über das Oberlicht gewährleisten. 

Art
Neubau / Entwurf

 

Jahr

Studie 2021

 

Auftraggeber

Semesterarbeit FS2021

Architekturstudium ZHAW

(Bachelorarbeit)